NSU (1873)
Christian Schmidt und Heinrich Stoll gründeten in Riedlingen an der Donau die mechanische Werkstatt unter dem Namen "NSU". Über Strickmaschinen und Fahrräder kam man schnell zum Bau von Motorrädern und später auch zum Automobilbau.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde NSU zur größten Motorradfabrik der Welt. Bereits 1945 wurden bei NSU in Neckarsulm wieder im bescheidenen Umfang Motorräder gebaut. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Werk zu einem der bedeutendsten Hersteller auf diesem Sektor. Die NSU Motorräder verkörperten höchsten technischen Stand.
Nach fast dreißigjähriger Abstinenz kehrte NSU 1957 zum Automobilbau zurück. Bewusst zielte man auf ein kleines Automobil, konzipiert für den Normalverdiener und Motorradfahrer. Der Kleinwagen "NSU Prinz" wurde auf der IAA 1957 vorgestellt, und fing seitdem die Verluste aus dem zusammenbrechenden Motorradmarkt auf.
Seit Anfang der 50er Jahre hatte NSU gemeinsam mit Felix Wankel an der Realisierung eines neuen Motorenkonzeptes gearbeitet. Statt eines Hubkolbens verdichtete ein rotierender Läufer das Kraftstoff-Luft-Gemisch (Kreiskolbenmotor).
NSU schrieb im September 1967 mit dem von einem Wankelmotor angetriebenen "NSU Ro80" (dem letzten Fahrzeug mit dem traditionsreichen Namen NSU) nochmals Automobilgeschichte. Sein herausragendes Merkmal war ein 115 PS starker Zweischeiben-Kreiskolbenmotor. Die modern gezeichnete Karosserie war ihrer Zeit weit voraus und zeigte Stilelemente, die Jahre später zum Standart im Karosseriedesign gehörten. Der neue NSU sorgte für großes Aufsehen, konnte aber dem Wankelprinzip nicht zum erhofften Durchbruch verhelfen.
|
Jahr |
Unternehmensgeschichtliche Daten |
|---|---|
|
1873 |
Übernahme einer Strickmaschinenmanufaktur durch Christian Schmidt in Riedlingen. |
|
1880 |
Umzug nach Neckarsulm. |
|
1886 |
Beginn des Fahrradbaus. |
|
1900 |
Bau von Motorrädern in der ersten Motorradfabrik Deutschlands. |
|
1906 |
Start des Automobilbaus („Original Neckarsulmer Motorwagen“). |
|
1914 |
Einstieg in den Leichtbau. Bau des ersten Automobils mit Aluminiumkarosserie. |
|
1923 |
4.070 Mitarbeiter fertigen alle 2 Stunden ein Auto, alle 20 Minuten ein Motorrad und alle fünf Minuten ein Fahrrad. |
|
1923 |
NSU wird 50 Jahre alt. |
|
1926 |
Der Sechszylinder Kompressorrennwagen 6/60 PS gewinnt den "Großen Preis von Deutschland für Sportwagen". |
|
1927 |
Einführung des Fließbands im Werk Neckarsulm. |
|
1929 |
Ende der Automobilproduktion durch Weltwirtschaftskrise. |
|
1934 |
Herstellung des Porsche Typ 32, dem Vorläufer des VW Käfers. |
|
1945 |
Zerstörung der NSU Werke. |
|
1949 |
Erste Motorrad Neukonstruktion nach dem Krieg. |
|
1951 |
Absoluter Motorrad Geschwindigkeitsweltrekord (290 km/h). |
|
1953 |
Gewinn der Weltmeisterschaft in der 125 und 250 ccm Klasse. |
|
1954 |
Gewinn der Weltmeisterschaft in der 125 und 250 ccm Klasse. |
|
1955 |
Gewinn der Weltmeisterschaft in der 250 ccm Klasse. |
|
1956 |
Absoluter Motorrad Geschwindigkeitsweltrekord (339 km/h). |
|
1958 |
Mit NSU Prinz I bis III erfolgt die Wiederaufnahme der Automobilproduktion nach 29 jähriger Pause. |
|
1964 |
Baubeginn des NSU/Wankel Spiders, dem ersten Serienauto der Welt mit Kreiskolbenmotor. |
|
1967 |
Serienbeginn des NSU Ro 80, der wegen seines futuristischen Designs und seines Kreiskolbenmotors zum "Auto des Jahres 1967" gewählt wird. |
|
1969 |
Fusion mit der Auto Union GmbH zur AUDI NSU AUTO UNION AG. |
|
1970 |
Produktionsstart des Audi 100 LS. |
|
1975 |
Produktionsbeginn des Porsche 924 im Lohnauftrag. |
|
1977 |
Einstellung des NSU Ro 80 nach zehnjähriger Bauzeit. |
